Augenheilkunde bei Tieren       

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Die Augen sind für Ihr Tier wichtige Sinnesorgane. Anzeichen für Erkrankungen im Augenbereich oder an den Augen selbst sollten daher immer ernst genommen werden.

 

 

Wie ist das Auge Ihres Tieres aufgebaut?

 

Es gibt gar nicht so viele Unterschiede zwischen dem Aufbau eines menschlichen Auges und dem eines Tieres. Allerdings fehlt dem Menschen die Nickhaut, sozusagen das dritte Augenlid, und bei den meisten Tieren liegt hinter der Netzhaut das Tapetum, eine reflektierende Schicht, die den Lichteinfall verstärkt und somit für ein besseres Sehen bei Dämmerung und Dunkelheit sorgt.

 

Vom Prinzip her funktioniert das Auge beim Tier wie beim Menschen so, dass das Licht durch Hornhaut und Linse gebündelt und auf die Netzhaut gelenkt wird. Dort entsteht dann das Bild, das über den Sehnerv ans Gehirn geleitet und dort weiterverarbeitet wird. Lider, Wimpern, Bindehaut und Tränenorgane dienen dem Schutz des Auges.

  

 

Wie werden Tiere augenärztlich untersucht?

 

BuddySpaltlampe2Unsere Praxis verfügt über eine besondere Ausstattung, die eine umfassende und gründliche Augenuntersuchung Ihres Tieres ermöglicht. Das wichtigste Untersuchungsgerät dafür ist die Handspaltlampe. Mit diesem Gerät kann man die vorderen Augenabschnitte, also z.B. Lider, Bindehaut, Hornhaut oder Linse in sehr starker Vergrößerung und spezieller Beleuchtung betrachten. Dadurch lassen sich viele Einzelheiten erkennen, die mit bloßem Auge oder auch mit einer Lupe nicht sichtbar sind.

Durch zusätzliches Eintropfen eines gelben Farbstoffes (Fluoreszein), der bei Beleuchtung mit blauem Licht aufleuchtet, kann man wunde Stellen oder Verletzungen der Hornhaut erkennen.

 

 

Eine ausreichende Menge an Tränenflüssigkeit ist zum Schutz der Oberfläche des Auges erforderlich. Die Menge an Tränenflüssigkeit misst man mit einem kleinen Papierstreifen, der ins Unterlid eingelegt wird und sich dann mit Tränenflüssigkeit vollsaugt. Diese Untersuchung nennt man Schirmer-Test.

 

 

 

 

 

 

DSC_2576Die weiter hinten gelegenen Anteile des Auges untersucht man mittels direkter oder indirekter Ophthalmoskopie. Mit einer speziellen Lampe und einer besonderen Ophthalmoskopier-Lupe kann man beispielsweise den Sehnerv oder die Netzhaut des Tieres genau beurteilen und entsprechende Erkrankungen erkennen.

 

 

 

 

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Die Messung des Augeninnendruckes ist wichtig, um einen Grünen Star erkennen zu können. Um den Augeninnendruck Ihres Tieres verlässlich messen zu können, verwenden wir ein kleines Gerät (Tono-Pen VET), mit welchem man vorsichtig direkt die Hornhaut des Tieres berührt.

  

 

 

 

Welche Augenerkrankungen gibt es bei Tieren?

  

Die meisten Augenerkrankungen, die man vom Menschen her kennt, gibt es auch bei Tieren. Entzündungen und Infektionen, trockene Augen, Grauer Star (Cataract) und Grüner Star (Glaukom) gehören zu den häufigsten Augenerkrankungen bei Tieren. Aber auch Fehlstellungen der Lider oder Fehlbildungen im Augeninneren kommen vor allem bei bestimmten Rassen gehäuft vor.

 

 

Woran erkennen Sie, ob Ihr Tier möglicherweise eine Augenerkrankung hat?

 

 

  • häufiges Blinzeln und Augenzukneifen
  • Meiden von Licht
  • gerötete Bindehäute
  • Tränenfluss oder schleimiger bis eitriger Augenausfluss
  • Augenreiben
  • Krusten oder Verklebungen ums Auge
  • unterschiedlich große Pupillen
  • Auge sieht trübe oder bewölkt aus
  • Pupille wirkt grau oder weiß 

(in Anlehnung an: Partner Hund, Ausgabe November 2013, S.29)

 

 

Wie werden Augenerkrankungen bei Tieren behandelt?

 

Viele Augenerkrankungen kann man gut mit Augentropfen oder Augensalben behandeln. Bei einer Entzündung oder Verletzung ist eine Behandlung meist nur kurzzeitig erforderlich, bei anderen Erkrankungen wie beispielsweise dem Grünen Star ist eine dauerhafte Gabe von Augentropfen erforderlich, um eine Erblindung des Tieres zu verhindern.

 

Manche Augenerkrankungen erfordern auch operative Maßnahmen. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass sich ein Augenlid nach innen einrollt und auf der Hornhaut scheuert. Dies muss dann operativ behoben werden. Lange bestehende trockene Augen können zu Geschwüren der Hornhaut führen, die operativ abgetragen werden müssen.

 

 

 

Dies ist z.B. hier der Fall:

Cornea nigra bei einer Katze

 

 

 

 

 

 

 

Welche Augenerkrankungen müssen besonders dringlich behandelt werden?

 

Entzündungen der Augen führen, wenn sie über längere Zeit bestehen, häufig zu bleibenden Trübungen und Vernarbungen der Hornhaut, die die Sehfähigkeit Ihres Tieres dauerhaft mindern. Sie sollten daher möglichst zügig und zielgerichtet behandelt werden. Hausmittelchen verschlimmern hier häufig die Situation und sollten auf keinen Fall angewendet werden.

 

 

Ein absoluter Notfall ist ein Grüner Star (Glaukom). Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem Anstieg des Augeninnendrucks, wodurch der Sehnerv binnen kurzer Zeit irreparabel geschädigt werden kann. Typische Anzeichen für einen Grünen Star beim Tier sind Lichtscheu, gerötete Bindehäute, eine trübe wirkende Hornhaut und Berührungsempfindlichkeit. In fortgeschrittenen Stadien sieht man häufig eine einseitig geweitete, nicht mehr auf Licht reagierende Pupille. 

 

 

Unsere Praxis bietet Ihnen ein umfassendes Spektrum von Diagnostik und Therapie im Bereich der Augenheilkunde. Sprechen Sie uns bitte auf eine Untersuchung der Augen Ihres Tieres an!